Modul 3

Psychische Krankheitsbilder bei Geflüchteten und Selbstfürsorge
bei professionell Helfenden


Das Vorliegen unterschiedlicher psychischer Beschwerden auf Seiten von Menschen, die zumeist extrem belastende Bedingungen im Herkunftsland erlebten und in den meisten Fällen eine äußerst strapaziöse Fluchtreise hinter sich haben, ist Ihnen als Helferin und Helfer in Ihrem Arbeitsalltag bekannt. Diese Tätigkeit bringt spezielle Herausforderungen in der Interaktion mit den Betroffenen als auch in der Beschäftigung mit Ihren eigenen Ressourcen mit sich.

Vor diesem Hintergrund gliedert sich das vorliegende Modul in zwei inhaltliche Schwerpunkte.
Zum einen wird Ihnen das Modul einen umfassenden Überblick über ätiologische, epidemiologische und behandlungsrelevante Aspekte psychischer Erkrankungen geben. Eine Spezifikation im Kontext von Flucht und Migration wird auf der Basis aktueller Literatur und Forschungsdaten erfolgen und ebenfalls eine ressourcenorientierte Betrachtungsweise beinhalten. Der Schwerpunkt dieses Teils des Moduls liegt dabei auf der Wissensvermittlung und Auseinandersetzung mit Besonderheiten in der Kommunikation und Interaktion mit erkrankten, u. a. auch traumatisierten Menschen. Darüber hinaus wird Wissen über das medizinische Versorgungssystem und die Behandlung von psycho-somatischen Erkrankungen in Deutschland vermittelt und in ausgewählten Aspekten dem Umgang mit psychischen Erkrankungen in anderen Kulturen gegenüber gestellt.

Zum anderen dient das Modul der Wissensvermittlung über Möglichkeiten und Strategien zur Verhinderung Ihrer eigenen psychischen Belastung. Hierbei werden Selbstfürsorge und Ressourcenorientierung im Umgang mit Arbeitssituationen mit hoher emotionaler Belastung und Strategien der inneren und äußeren Abgrenzung und Selbstfürsorge exploriert und erprobt.

Gewünscht ist der Einbezug Ihrer Praxiserfahrungen, so dass die theoretischen Inhalte des Moduls praxisnah diskutiert und mit Blick auf ihre Anwendung im Alltag exemplarisch ausprobiert werden können.

Ziel des Moduls ist es, Sie für psychische Belastung und psychische Erkrankungsbilder bei Geflüchteten zu sensibilisieren und Sie zu befähigen in der Interaktion und in der Hinführung zu Behandlungsmöglichkeiten mehr Klarheit zu erlangen. Gleichsam erlernen Sie eigene Zeichen psychischer Belastung sorgsamer zu betrachten und ihr mit einem selbstfürsorglichen, ressourcenorientierten Blick zu begegnen.

Die erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen können umgehend in Ihren praktischen Alltag einfließen. Die Arbeit und Auseinandersetzung mit aktuellen Fällen und Fragen aus Ihrer Praxis ist dabei essentiell und dient dem bestmöglichen Wissenstransfer. Während des Unterrichts wechseln sich Vortrag, Kleingruppenarbeit sowie praktisches Erfahren ab.

Dieses Modul ist Teil des Certificate of Advanced Studies (CAS) Migration und Integration und ist nicht einzeln buchbar.

Das Modul wird verantwortet vom Universitätsklinikum Tübingen, Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.



 
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