Modul 4

Kriminalität im Kontext von Zuwanderung: Fakten und Mythen

Eine wissenschaftliche Reflexion der aktuellen Debatte
mittels kriminologischer Erkenntnisse

Spätestens seit den Silvester-Vorfällen in Köln wird das Thema Kriminalität vielerorts im Zusammenhang mit Flüchtlingen diskutiert. Gleichermaßen mehren sich auch die Berichte über die Kriminalität gegen Flüchtlinge. Die zahlreichen medial geführten Debatten setzen sich häufig auch im beruflichen und im privaten Umfeld fort. Die damit einhergehenden Diskussionen können insbesondere für Hauptamtliche in der Flüchtlingsarbeit kräftezehrend sein.
Durch ein Kennenlernen verschiedener Kriminalstatistiken (wie zum Beispiel der häufig zitierten Polizeilichen Kriminalstatistik, als auch der Strafverfolgungs- und Strafvollzugsstatistiken) und ihrer jeweiligen Methodik, erwerben Sie die Fähigkeit, die jährlich erscheinenden Statistiken fundiert lesen und verstehen zu können. Dabei wird auch auf die Hell- und Dunkelfeldbefragungen, und die Strafverfolgungs- und Strafvollzugsstatistik eingegangen. Auf der Grundlage kriminologischer Erkenntnisse und Theorien soll eine Interpretation des Ist-Zustandes im Rahmen von Diskussionen im Workshop erfolgen. Zugleich werden durch die Auseinandersetzung mit den Aspekten „Kriminalität in den Medien“ und Erkenntnissen zur „Kriminalitätsfurcht“ weitere Grundlagen der Kriminologie vermittelt.

Nach einem wissenschaftlichen Input, der die Grundlagen der Kriminologie und den Aufbau der relevanten Kriminalstatistiken vermittelt, wird im Rahmen des Workshops ein aktuelles Bild der Kriminalitätslage gezeichnet. In Diskussionen werden die Befunde vor dem Hintergrund der sozialen Gegebenheiten und der kriminologischen Kenntnisse interpretiert.
Dabei werden Sie aufgefordert, ihre Praxiserfahrung in die Diskussionen einfließen zu lassen. Auf dieser Basis sollen die Erkenntnisse aus dem Modul diskutiert werden und somit zu einer direkten beruflichen Anwendbarkeit führen. Ihre persönliche Erfahrung sowie der Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zugleich Ausgangspunkt Ihrer Reflexionsarbeit.

Ziel des Moduls ist es, Ihnen Optionen aufzuzeigen, mit Hilfe wissenschaftlich fundierter Kenntnisse der emotionalen Verflechtung in entsprechenden Diskussionen zu entkommen. Die Stärkung Ihrer argumentativen Ressourcen ist in diesem Zusammenhang von elementarer Bedeutung. Die Modulinhalte sollen einen Beitrag dazu leisten, den vielfältigen Herausforderungen in der Arbeit mit Flüchtlingen gelassener begegnen zu können.

Dieses Modul ist Teil des Certificate of Advanced Studies (CAS) Migration und Integration und ist nicht einzeln buchbar.

Das Modul wird verantwortet von der Universität Tübingen, Juristische Fakultät, Institut für Kriminologie.
 



 
  1. Universität Tübingen

    Dezernat III - Studium und Lehre
    Tübinger Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung

    Wilhelmstraße 11
    72074 Tübingen

    wissenschaftliche-weiterbildung@uni-tuebingen.de
    http://www.uni-tuebingen.de/weiterbildung

    Lage & Routenplaner

    Impressum